Extremsituationen kennen wir von Zirkusartisten, Turnern und Sportlern. Alles beruht auf der richtigen Körperhaltung. Und die muss in Sekundenbruchteilen da sein.
Wird die Wahrnehmung der äußeren Umgebung durch den Sportler für den Bruchteil einer Sekunde unterbrochen, ist die Aktion oder die Figur als misslungen zu betrachten. Die Qualität des Informationsflusses ist somit ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Ausführung einer Sportart.



Der Haltungsprozess


In unserem Körper herrscht der sogenannte Haltungsprozess über unsere Haltung, Bewegung und Kraft.
Durch die permanente Interaktion mit seiner Umgebung kann der Haltungsprozess uns in Balance halten. Wenn er nicht richtig funktioniert, sind Verspannungen, Schmerzen oder Verletzungen die Folgen. Der Haltungsprozess funktioniert ähnlich wie ein Computer. Beide benötigen einen ständigen Informationsfluss, um fehlerfrei zu funktionieren.
Für alle Aktivitäten des Menschen ist die Wahrnehmung der Umgebung also essentiell.
Ein gut funktionierender Haltungsprozess ist nicht nur für körperliche Arbeit oder sportliche Aktivitäten notwendig, sondern auch für alle Aktivitäten des Lebens, wie Stehen, Gehen, Sitzen, Treppensteigen, Auto- und Fahrradfahren oder sogar Liegen. Ein schlecht funktionierender Haltungsprozess zwingt den Körper zur Anpassung.
In der Folge treten verschiedene Veränderungen der Haltung auf, wie eine Schiefhaltung des Kopfes, eine Kippung der Schultern oder des Beckens oder eine Verdrehung der Wirbelsäule.
Der Körper gerät aus dem Gleichgewicht. Manchmal treten akute Defizite auf, die mit Unfällen oder Verletzungen einhergehen können.

Die Posturoception ist eine innovative Methode zur Regulierung des Haltungsprozesses.

Der menschliche Körper ist mit sogenannten Neurosensoren ausgestattet. Diese versorgen den Haltungsprozess kontinuierlich mit allen erforderlichen Informationen aus der Umwelt. Für einen optimalen Haltungsprozess ist ein permanenter Fluss einwandfreier Informationen essenziell, um das Gleichgewicht und die Koordination aufrechtzuerhalten. Die reibungslose Abfolge des Haltungsprozesses wird also durch perfekt funktionierende Neurosensoren ermöglicht. Zu den Sensoren, gehören:
- das Auge
- der Kauapparat (mit Zähnen)
- die Haut
- das Körperschema (Körpergedächtnis).
Eine Fehlfunktion eines oder mehrerer dieser Neurosensoren beeinträchtigt den Haltungsprozess, was wiederum eine Vielzahl von Beschwerden zur Folge haben kann.
Die Posturozeption zielt darauf ab, die Neurosensoren neu zu kalibrieren. Die Behandlung basiert auf osteopathischen Prinzipien.
Eine effektive Kooperation zwischen Therapeut und Patient während der Behandlung ist von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg der Therapie.



