Mein Weg zu einer neuen Behandlungsmethode zugunsten meiner Patienten
1- Beginn
Als ich mich vor langer Zeit intensiv mit verschiedenen Bereichen der Orthopädie und Unfallchirurgie befasst habe, konnte ich viele Fragen nicht zufriedenstellend beantworten. Ein Beispiel ist Arthrose: Ist das einfach Verschleiß? Warum betrifft sie nicht nur Menschen mit hohem Gewicht, wenn sie nur mit Belastung zu tun hat? Und wie kann es sein, dass das rechte Kniegelenk von Arthrose betroffen ist, das linke aber nicht? Sehr oft habe ich mich gefragt, warum Patienten, bei denen ein perfektes künstliches Gelenk eingesetzt wurde, manchmal denselben Schmerz wie vor der Operation beklagen. Wie kann es außerdem sein, dass sich ein junger Hochleistungssportler mit einer gut ausgebildeten Rückenmuskulatur einen Bandscheibenvorfall zuzieht, nur weil er die Seife vom Boden der Dusche aufhebt?
Sätze wie „Ihre Muskulatur ist zu schwach!” sind in orthopädischen Schmerzsprechstunden keine Seltenheit. Ebenso wenig wie „Sie sind viel zu schwer!” – „Sie sind auch nicht mehr der Jüngste!” „Mit Ihrer Arthrose, wie sollte es auch anders sein?” – „Sie sind viel zu gestresst!“ usw.
Tatsächlich wird allzu oft nach Körperschwächen oder Fehlern der Patienten gesucht, um deren Läsionen oder Schmerzzustände zu erklären. Zumindest, wenn es sonst keine andere plausible Erklärung gibt.
Da nur biomechanisch gedacht wird, glauben Arzt und Patient gleichermaßen fest daran, dass eine schlechte Haltung automatisch die Ursache für die Schmerzen ist.
3- Der Anfang mit der Posturozeption
Zu meiner Freude beschloss Mesquida Ende 2022, Therapeuten in seiner Methode auszubilden. Im Jahr 2023 begann ich, Patienten im Krankenhaus mit Posturozeption zu behandeln.
Doch worum handelt es sich bei der Posturozeption?
Bei der Posturozeption geht es darum, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen.
Wahrnehmungsstörungen können auftreten, wenn die Sensoren defekt sind. Beispielsweise kann die Augenmuskulatur nicht richtig funktionieren, der Kauapparat kann Probleme bereiten oder es kann eine neue Narbe entstanden sein. Da der Haltungsprozess von der einwandfreien Funktion der Sensoren abhängt, ist er bei jeder Störung eines oder mehrerer Sensoren mit einem Problem und dessen Lösung konfrontiert. Der Haltungsprozess passt sich an jede Situation an, indem er den Körper in eine Zwangshaltung bringt. Durch die Veränderung der Position eines oder mehrerer Körpersegmente kommt es zu Verspannungen und Schmerzen.
Denn eine falsche Körperhaltung belastet die Muskeln, Gelenke und das Bindegewebe. Dies ist unabhängig davon, ob wir stehen, sitzen, liegen, uns bewegen oder ruhen. Der Körper kann Fehlbelastungen und Dysharmonien in der Muskulatur nicht selbst korrigieren. Schmerzen und Beschwerden sind die unvermeidliche Folge. Langfristig können daraus Verschleiß, Entzündungen, Zerrungen, Belastungssyndromen, Bandscheibenvorfälle usw. resultieren.
Während einer Posturozeption-Behandlung werden die Sensoren neu eingestellt und die Wahrnehmung verbessert. Der Körper kann so seine Haltung normalisieren. Anschließend lässt der Schmerz nach.
Die Methode basiert auf Doppelblindstudien und der Analyse Tausender Fälle. Im Jahr 2025 berichtete Mesquida, 30.000 Patienten mit seiner Methode erfolgreich behandelt zu haben.
2- Eine neue Methode
Um das Haltungssystem und die Schmerzen-Ursachen besser zu verstehen, absolvierte ich ab 2009 eine Ausbildung in Posturologie bei Dr. Bernard Bricot in Paris.
Der Begriff "Posturologie" leitet sich von den Worten „postura” (Haltung) und „logos” (Lehre) ab.
Ab 2010 praktizierte ich diese Methode mit mehr oder weniger Erfolg. Allerdings hörte ich aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse Ende 2011 endgültig damit auf.
Im Jahr 2016 wurde ich auf das Buch „Posturoception” von Dr. Serge Mesquida aufmerksam. Darin präsentiert Mesquida, der als Arzt, Posturologe und Osteopath in Toulouse eine Klinik für Osteopathie betreibt, seine innovative Methode zur Regulierung der natürlichen Haltung des Menschen.
Im Gegensatz zur Posturologie steht bei der Posturoception-Methode nicht die Biomechanik, sondern die Thermodynamik im Vordergrund. Damit stellt sie ein vollkommen neues Therapiekonzept dar.
Ich beschloss, die Methode hautnah kennenzulernen, und besuchte Mesquida 2016 und 2017 in seiner Klinik bei Toulouse. Dort fand ich eine faszinierende und wirkungsstarke Methode zur Schmerztherapie vor. Ich konnte mich davon überzeugen, dass der Haltungsprozess von der einwandfreien Funktion seiner vier „Sensoren” abhängt. Zu diesen Sensoren zählen das Auge, der Kauapparat, die Haut und das Körperschema (auch Körper- oder Zellgedächtnis genannt).
Sowohl Mesquidas zahlreiche Patienten als auch ich waren von der Wirkung und dem Potenzial der „Posturoception”-Methode begeistert.
Ich gewann gleichzeitig einen völlig neuen Blick auf den menschlichen Körper und seine Behandlung.
4- Posturoception. In Deutschland erstmals angeboten.
Nach meiner Ausbildung und den ersten erfolgreichen Behandlungen war es mein Bestreben, diese Methode in Deutschland Patienten zugänglich zu machen und sie bekannt zu verbreiten.
Ende 2023 konnte ich diese Idee schließlich in die Tat umsetzen und eine Privatpraxis eröffnen.
