Die Vorteile der Posturozeption für ältere Menschen
Die Erhaltung der physischen und psychischen Aktivität im Alter ist von signifikanter Relevanz für den Erhalt der Autonomie und dadurch für die Steigerung der Lebensqualität. Die körperliche Fitness im Alter ist maßgeblich von der Bewegungstätigkeit abhängig. Im Folgenden wird dargelegt, inwiefern die Posturozeption zur Erhaltung der Körperaktivität beitragen kann.


Wie kann die Posturozeption helfen, fit zu bleiben?
Der als "Haltungsprozess" bezeichnete Prozess nimmt die Funktion einer Kommandozentrale des Bewegungsapparats ein. Um den Anforderungen seiner Aufgabe gerecht zu werden, ist der Haltungsprozess auf die Bereitstellung einer großen Menge an Informationen aus seiner Umwelt angewiesen.
Der menschliche Körper verfügt über verschiedene Sensoren, die der Wahrnehmung externer Stimuli dienen. Die Wirkung der genannten Faktoren ermöglicht es dem Haltungsprozess, die Position des Körpers im Raum sowie dessen Körperhaltung zu kontrollieren. Unabhängig davon, ob sich der Mensch in einer stehenden, sitzenden, liegenden oder schlafenden Position befindet, ist die Bewegung des Körpers stets gegeben.
Aus der Embryologie ist bekannt, dass sich diese Sensoren aus dem Ektoderm entwickeln, aus dem das Zentralnervensystem als Erstes entsteht.
Die vier Sensoren umfassen das Auge, den Kauapparat (inklusive Zähne), die Haut sowie das Körperschema (auch als Körpergedächtnis bezeichnet).
Ältere Menschen haben oft Probleme mit ihren Sinnen. Damit der Haltungsprozess richtig arbeiten kann, braucht er Informationen aus der Umwelt. Die Sensoren werden auch immer ungenauer. Die Haltung geht verloren und man kann sich nicht mehr gut bewegen. Der Körper passt sich an und nimmt dafür Opfer. Dadurch verändert er seine Form und bewegt sich manchmal seltsam Dabei gehen Strukturen kaputt.
Unser Haltungsprozess passt sich dem Alterungsprozess an.
Diese Lösung hat jedoch ihren Preis.
Bemerkenswert ist die hohe Anpassungsfähigkeit unseres Haltungsprozesses. Bis zum Lebensende ist er in der Lage, sich jeder neuen Situation und jedem neuen Problem anzupassen. Aber zum welchem Preis?
Eine Anpassung des Körpers als Reaktion geht immer mit einer Beugung und Verdrehung des Körpers einher. Der Kopf wird anders positioniert, eine Schulter wird hochgezogen, das Becken dreht sich, ein Bein erscheint zu kurz usw. Der ganze Körper verdreht sich wie ein Korkenzieher und oft ist eine zunehmende Wirbelsäule- Verformung zu beobachten.
Eine Sonderhaltung des Körpers ist letztlich die beste Lösung, um sich an die fehlerhaften Informationen anzupassen, die er von den defekten Sensoren erhält. Um alles einigermaßen energiesparend ablaufen zu lassen, sucht der Haltungsprozess die für ihn selbst bestmögliche Körperhaltung. Der Körper nimmt dabei zunehmend die Haltung eines Greises an.
Die Notwendigkeit, diese spezielle Körperhaltung einzunehmen, führt zum erhöhten Energieaufwand und zur dauerhaften Überlastung von Muskulatur, Faszien, Gelenken und Knochenstrukturen. In einigen Fällen kommt es sogar zu strukturellen Schäden. So lassen sich die im Alter bekannten strukturellen Schäden, wie Arthrose, Wirbelsäulenverkrümmungen und Bandscheibenvorfälle, erklären.
Die Posturozeption zielt darauf ab, die Sensoren zu unterstützen und somit die Informationsaufnahme aus der Umwelt zu optimieren. Die vorliegende Evidenz legt nahe, dass die Posturozeption das Leben älternder Menschen signifikant verbessern kann.





Die Sensoren im Fokus der Posturozeption
Links: Der Gingkobaum kann mehr als 1000 Jahre werden
Die Posturozeption beschäftigt sich mit der Haltung und ihren Sensoren.
Bei einer Posturozeption-Therapiesitzung wird jeder Sensor einzeln untersucht. In derselben Sitzung werden fehlerhafte Sensoren mit Techniken der Osteopathie neu eingestellt. Der Patient wird sich besser fühlen. Die Beschwerden werden weniger.
